Verband Englisch und Mehrsprachigkeit e. V.

German Association for Teachers of English (GATE)

Archiv für die 'Sprachenpolitik' Kategorie

Kernabitur?

Mittwoch 26. Oktober 2011 von Mario Oesterreicher

Ein neuer Begriff treibt die Lehrer um, angesiedelt offenbar zwischen bundesdeutschem Zentralabitur und Ländervergleichstest: Das Kernabitur. Macht man sich kundig, erfährt man aus dem Internet, dass das Kernabitur von einem Gremium propagiert wird, in dem weder Lehrkräfte der Schulen noch Fachdidaktiker involviert waren. Sicher ist es sinnvoll, den Aspekt der länderübergreifenden Lernstandserhebung im Abitur und damit einer Standardisierung des Hochschulzugangs ernst zu nehmen. Andererseits gilt für die Fremdsprachen, dass zahlreiche Kompetenzbereiche, die sinnvollerweise im Abitur eine Rolle spielen – interkulturelle Kompetenz, Sprachbewußtheit, Empathie etc. – nicht objektiv testbar sind. Außerdem muss der Weg zum Abitur in den einzelnen Fächern vor einer weiteren Verarmung bewahrt werden, die mit einer Reduktion der Kontrolle des Lernerfolgs auf Testbares und maschinell Auswertbares einhergehen würde, denn eine andere Auswertungsmethode erscheint aufgrund der zentralen Empfehlungen des Aktionsrats Bildung nicht realisierbar. Nicht umsonst besteht in der Kultusministerkonferenz offenbar Einmütigkeit darüber, dass der Aspekt der Lernerfolgskontrolle, bezogen auf einen facettenreichen, kompetenzorientierten, differenzierten Fremdsprachenunterricht, im Abitur auf keinen Fall vernachlässigt werden darf. Ein Test als Fremdsprachenabitur wird – gleich, welchen Stellenwert er in der Gesamtprüfung haben wird – auch den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) nicht gerecht.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Vorhandensein von Bildungsstandards bundesweit zu einer erheblichen Qualitätssteigerung im Fremdsprachenunterricht der Schulen geführt hat. Würde nur das in den Bildungsstandards stehen, was zentral und maschinenlesbar abprüfbar und bewertbar ist, wären die Bildungsstandards das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Das gilt auch für das Kernabitur.
E&M begrüßt ausdrücklich die Initiative der Kultusministerkonferenz und des IQB in Berlin, Abiturstandards sowie entsprechende Lern- und Prüfungsaufgaben auszuarbeiten, welche die ganze Weite eines berufs- und wissenschaftspropädeutischen und zugleich auch lebenspraktischen Fremdsprachenunterrichts im Bereich des Gymnasiums und verwandter Schulformen umzusetzen versuchen. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass in den Gremien des IQB Lehrer aus den verschiedenen Bundesländern und Fachdidaktiker entscheidend am Entwicklungsprozess und einer praxisnahen Umsetzung beteiligt sind.

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Mai 2011: Mehrsprachigkeitskonzept des Bremer Senats erarbeitet

Dienstag 17. Mai 2011 von joako49

Auf Anregung des Bremer Sprachenrates und auf Wunsch des Bremer Senats wurde unter der Federführung der Bremer Bildungsbehörde ein Konzept zur Mehrsprachigkeit in Bremen erarbeitet. Dazu wurde der Verband E&M – Landessektion Bremen – um eine Stellungnahme gebeten, in der Erwartungen und mögliche eigene Beiträge deutlich gemacht werden. Diese Stellungnahme kann hier abgerufen werden.

  • Das Konzept für Mehrsprachigkeit in Bremen des Bremer Senats gibt es hier.
  • Ein vergleichbares Papier NEUE WEGE ZUR MEHRSPRACHIGKEIT IM BILDUNGSSYSTEM – SPRACHENKONZEPT SAARLAND 2011 gibt es hier.
  • Eine Wissenschaftliche Expertise mit Handlungsempfehlungen für einen „Entwicklungsplan Migration und Bildung“ der Universität Bremen gibt es hier.

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Brandenburger Sündenböcke

Mittwoch 14. Juli 2010 von Detlef Redmann

Sündenbock gefunden : Die Englischlehrer!
Das alles weiß man seit Anfang der 90er Jahre:
Die sprachpraktische Ausbildung von Englischlehrern hatte an einigen Hochschulen und Universitäten der DDR Mängel.Englischlehrerstudenten in der DDR hatten nicht die Möglichkeit, ein Semester oder gar ein Jahr im englischsprachigen Ausland zu studieren.
Die Jahre nach der Wende stellten die Lehrerschaft und die Schulverwaltungen vor große Probleme.

Und: Es gibt auch unter den Englischlehrern in anderen Bunfesländern(wie auch in anderen Fächern und Berufsgruppen) fortbildungsresistente Species.
Und wie reagierte man im Land Brandenburg darauf?
Sofort nach der Wende nahm eine begeisterte von ideologischen Zwängen befreite Lehrerschaft die großzügigen Fortbildungsangebote des British Council und des Amerikahauses wahr – vor allem freiwillig an den Wochenenden!
Dankbar wurden auch die Fortbildungsangebote des Fachverbandes Moderne Fremdsprachen angenommen. Die Fremdsprachenwochenenden wurden und werden zahlreich besucht. Es gibt also auch eine große Zahl engagierter und nicht fortbildungsresistenter Lehrkräfte unter den Englischlehrern.
Und was kam von der Landesregierung mit ihren vielen Bildungsministerinnen und –ministern?
Immer wieder neue Lehrpläne, neue Prüfungen in der 10.Klasse, dezentrales Abitur nach nordrhein-westfälischem Vorbild, nach zehn Jahren Umstellung auf Zentralabitur, Erhöhung der Lehrerstundenzahl, Schulschließungen, Versetzungen ohne Rücksicht auf die Qualität von Unterricht , Wegfall von zentralen Fortbildungsangeboten, Installierung eines zahnlosen Moderatoren- bzw. Fachberatersystems, Schilf („Scheinbare interne Lehrerfortbildung“ – eigentlich „Schulinterne“) und vollständiger Verzicht auf eine Fachaufsicht.
Ja, es wurde viel „auf den Weg gebracht“, bei besonders problematischen Umstellungen gab man den Kolleginnen und Kollegen einen Implementationsbrief. Sicher, die Intentionen waren wohl gut und die Lehrpläne modern. Aber für die sprachliche, zum geringeren Teil methodische Ausbildung, hätte Geld eingesetzt werden müssen, um Muttersprachler zu entlohnen. Für die notwendigerweise schnell ausgebildeten neuen Kollegen hätten Folgefortbildungen installiert werden müssen und eine Fachaufsicht müsste endlich den Einsatz von Englischlehrerinnen und Englischlehrern nach ihrer tatsächlichen Qualifikation regeln und in schweren Fällen auch maßregeln. Brandenburg hat sicher nicht mehr „alte“ Lehrer als Sachsen, Thüringen oder die anderen „östlichen“ Bundesländer.
Dass man einem Frühbeginn des Fremdsprachenenlernens nicht würde ausweichen können, war auch schon relativ früh klar, aber dann kam wieder alles ganz plötzlich: Schnell mussten Fachkräfte her, und nur deren hohe Motivation ermöglichte ein Mithalten auf Bundesebene. Diesen Kolleginnen und Kollegen, allen trotz hoher Belastung engagierten Fachlehrern die Schuld am schlechten Ergebnis zuzuschreiben, es mit Fortbildungsträgheit zu erklären ist unfair und demotivierend.
Guten Englischunterricht erteilen in Brandenburg nicht nur Importe, gute Fortbildungen werden von engagierten Fachberaterinnen und Fachberatern angeboten, jedoch sind die Rahmenbedingungen dafür selten hilfreich. Und nicht selten werden alle möglichen Fachlehrer dazu gezwungen, Englischunterricht in der Grundschule zu erteilen, schließlich müsste man dazu mit einem Abitur in Englisch in der Lage sein. Dies sind die Realitäten, mit denen Branbdenburger SchülerInnen und LehrerInnen konfrontiert sind.
Der einzige Zwang zur Fortbildung ist im Brandenburgischen Schulgesetz §67Abs.3 festgehalten. Das Rundschreiben 12/08 vom 9. Oktober 2008 greift allerdings wieder zu kurz, eine Kontrolle oder gar Rechenschaftslegung ist nicht vorgesehen.Daher ist erscheint es wirklich rätselhaft, wie Minister Rupprecht überhaupt in der Lage ist, das Fortbildungsverhalten seiner Lehrer, und insbesondere der Englischlehrer, zu quantifizieren und moralisch zu werten.
Der Hohepriester in Israel legte einem Ziegenbock, dem „Sündenbock“, die Hände auf und ließ ihn in die Wüste treiben.Damit waren auch alle Sünden gelöscht; in Israel die des gesamten Volkes.

Vielleicht sollten Sie, Herr Minister, den Englischlehreinnen und –lehrern nur helfend die Hände auflegen und sie nicht alle in die Wüste schicken oder auf ihr Ausscheiden warten.

Detlef Redmann
E & M Brandenburg

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Einladung zur Mitgliederversammlung 2010

Mittwoch 16. Dezember 2009 von Konrad Schröder

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

wie den Vorständen der Landessektionen bereits bekannt ist, findet die erste Mitgliederversammlung des Verbandes E&M am Samstag, dem 27. 02.2010, um 9:00 Uhr in Fulda statt. Tagungsort ist das Esperanto-Hotel (sic!) in Bahnhofsnähe.

Satzungsgemäß lade ich hiermit zur Mitgliederversammlung ein.

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

1. Berichte des Geschäftsführenden Vorstands und Kassenbericht
2. Berichte aus den Landessektionen
3. Aussprache über die Arbeit der ersten Legislaturperiode
4. Bestellung einer Wahlkomission
5. Bericht der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstands
6. Neuwahl des Vorstands und Neuwahl der Kassenprüfer
7. Arbeitsplan 2010
7.1 E&M-Schiene im Rahmen des GMF-Kongresses Augsburg 2010
7.2 Euro-Seminar im Rahmen des EKP REAL-2 im September 2010
7.3 Nationale und internationale Affiliationen
7.4 Europäische Projekte
8. Anträge der Mitglieder – Frist für die Einreichung der Anträge ist der 16.01.2010!
9. Verschiedenes

Die Kassenprüfung für die Legislaturperiode 2008-09 soll am 26.02. in Fulda stattfinden. Die entsprechenden Vorlagen werden in Fulda vorgelegt.

Abweichend von meiner EMail vom 30.11.2009 bitte ich die Landessektionen, ihre Kassenberichte für 2009 nicht erst am 28.02. vorzulegen, sondern bereits zwei Tage früher, also am Abend des 26.02.2010.

Der Geschäftsführende Bundesvorstand tritt bereits am Freitag, 26.02., um 17:00 Uhr zusammen.

Angesichts der derzeit noch angespannten Haushaltslage bitten wir um Verständnis dafür, dass lediglich den Landessektionsvorsitzenden Reisekosten aus der E&M-Bundeskasse erstattet werden können.

Der Bundesvorstand von E&M wünscht Ihnen allen merry christmas and a very happy new year!

gez. Konrad Schröder

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E&M in ‘Der Spiegel’ zum Thema Englisch in der Grundschule

Donnerstag 22. Januar 2009 von Stefan Langer

Der E&M-Vorsitzende Konrad Schröder äußert sich im “Spiegel” zur Ausbildung von Grundschullehrern für den Englischunterricht in der Primarstufe:

Während Englischlehrer an Gymnasien das Fach nicht selten zehn Semester und mehr studiert haben, sind beispielsweise Hamburgs Grundschullehrer nur zu einem viertägigen Kompaktseminar verpflichtet. “Die Qualifizierung reicht noch bei weitem nicht aus – weder für die Selbstachtung der Lehrer noch für die adäquate Ausbildung der Kinder”, kritisiert Konrad Schröder, Vorsitzender des Verbands Englisch und Mehrsprachigkeit.

Lesen Sie den gesamten Artikel bei Spiegel Online.

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