Verband Englisch und Mehrsprachigkeit e. V.

German Association for Teachers of English (GATE)

Archiv für die 'Neue Medien' Kategorie

Handheld elektronische Wörterbücher – in NRW im Unterricht erwünscht aber im Abitur nicht zugelassen

Donnerstag 8. Dezember 2011 von Mario Oesterreicher

Nachdem sich immer wieder Lehrkräfte mit der Frage an den Vorstand wenden, ob die Arbeit mit handheld elektronischen Wörterbüchern in NRW generell nicht erwünscht ist, bzw. ob sie für Prüfungen  zugelassen sind, hat sich der Vorstand mit Frau Rönnepper im Ministerium ins Benehmen gesetzt und folgende Auskunft erhalten:

Der Einsatz elektronischer Wörterbücher ist im Unterricht durchaus erwünscht, insbesondere wenn sie durch individuelle Wortschatzeingaben erweiterbar und mit einer persönlichen Lernfunktion versehen sind. In der Abiturprüfung ist der Einsatz dieser Geräte allerdings nicht gestattet.

Der Vorstand hofft, mit dieser Information den Mitgliedern und interessierten Lehrkräften zunächst einmal weitergeholfen zu haben.

 

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Elektronische Wörterbücher im Fremdsprachenunterricht – Fluch oder Segen?

Donnerstag 8. Dezember 2011 von Mario Oesterreicher

Erfahrungsbericht über den Einsatz von elektronischen Wörterbüchern im Fremdsprachenunterricht der Oberstufe am Gymnasium Wellingdorf (Kiel) speziell in 2 Kursen des 12.Jahrgangs in Englisch und Französisch von Brigitte Kerkhoff und Jörn Brandtner

 

Als die Diskussion über den Einsatz von elektronischen Wörterbüchern im Fremdsprachenunterricht an unserer Schule letztes Jahr begann, gab es vielfältige Argumente für und gegen deren Einsatz. Letztlich hat die Erkenntnis, dass elektronische Geräte ein Medium unserer Zeit sind, mit denen unsere Kinder aufwachsen und denen wir uns als Erwachsene, Eltern und Lehrer nicht verschließen können, den Ausschlag gegeben, sich in der Fachkonferenz für den Einsatz der Geräte an unserer Schule auszusprechen.

Die Erfahrungen nach einem halben Jahr Einsatz im Unterricht, nachdem ein Großteil der Schülerinnen und Schüler sich entsprechende Geräte zugelegt hat, zeigen, dass sich sowohl positive als auch negative Befürchtungen bewahrheitet haben.

Aus Schülersicht ist der Gebrauch der Geräte vor allem durch die Zeitersparnis bei der Wortrecherche im Vergleich zum Wörterbuch in Papierform das schlagende Argument für deren Benutzung. Dass der Preis entsprechender gedruckter Wörterbücher den der elektronischen Version meist übersteigt, ist dabei ein weiteres Argument für die Anschaffung eines handheld dictionary.

Doch die Schnelligkeit ist auch die Achillesferse der Geräte, nicht etwa weil sie zu schnell für die Benutzer arbeiten, sondern weil der schnelle Zugriff die Nutzer oft dazu verleitet, das Lernen der Vokabeln einzustellen, da das Gerät ja „alles weiß“. Es ist unserer Beobachtung nach verstärkt zum falschen Gebrauch relativ unbekannter, nachgeschlagener Begriffe gekommen, was wir das „Phänomen der unbekannten Wörter“ genannt haben. Die Schülerinnen und Schüler verlassen sich zu sehr auf die angezeigte Vokabel, ohne deren Gebrauchsmöglichkeit näher zu überprüfen. Dies hat für die korrigierenden Kollegen einen erhöhten eigenen Nachschlageaufwand zur Folge, da viele dieser Begriffe neu oder wenig gebräuchlich in ihrem Fremdsprachenunterricht waren bzw. sind. Aber auch bei bekannteren Konstruktionen verlassen sich die schulischen Nutzer zu sehr auf die Ergebnisse einer schnellen 1:1 Recherche, da das Gerät die zwangsläufige Richtigkeit der jeweiligen Funde suggeriert. Hier ist die Lehrkraft gefordert. Sie muss die Lerner durch vertiefende Übungen für eine Überprüfung der Ergebnisse in einem monolingualen Wörterbuch sensibilisieren.

An dieser Stelle könnte man den Eindruck bekommen, dass der Einsatz der elektronischen Wörterbücher eher Probleme schafft als Lösungen bietet, wüsste man nicht, dass dies generelle Probleme bei der Benutzung von Nachschlagewerken für Vokabeln sind. Wie bei der traditionellen Wörterbucharbeit obliegt es der Lehrkraft durch Sensibilisierung für typische Konstruktionen und Besonderheiten der Zielsprache einen „workflow“ aus Nachschlagen, Überprüfen und richtigem Anwenden bei den Schülerinnen und Schülern anzubahnen, der am Ende erfolgreiche Lösungen hervorbringt. Hierzu bieten die Wörterbuchverlage meist hauseigenes Übungsmaterial an, welches sowohl für den Gebrauch der elektronischen als auch der analogen Papierversion zu benutzen ist. Dieser Sensibilisierungs- und Übungsprozess unterliegt ständiger Verfeinerung, welche aber bei erfolgreicher Einführung überwiegend im Selbststudium geschehen kann. Die angebotenen Materialien sind sehr hilfreich, da sie Lösungsbögen enthalten und somit auch im vertiefenden Selbststudium von den Lernern genutzt werden können. Darüber hinaus können sie ebenfalls binnendifferenzierend und auf die besonderen Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt eingesetzt werden und so zu mehr Nachhaltigkeit beim Vokabellernen beitragen. Besonders hilfreich ist hier die Funktion der individuellen Favoriten, unter der die Schüler und Schülerinnen ihre recherchierten Ergebnisse selbst abspeichern können und somit in der Lage sind, individuelle Arbeitsschwerpunkte auf- und auszubauen. Durch kontinuierliche Arbeit an diesen Themenschwerpunkten wird aus passivem Vokabelverständnis sehr erfolgreich aktives Vokabelwissen aufgebaut.

 

Kritiker werden an dieser Stelle sicherlich immer noch nicht überzeugt sein, da die beschriebenen Probleme bei dem Gebrauch beider Formen von Nachschlagewerken gleich sind. Ihre Skepsis soll durch die folgenden Erläuterungen entkräftet werden. Durch ihren technischen „touch“ haben elektronische Wörterbücher einen hohen Aufforderungscharakter leicht und spielerisch erste Benutzungsschritte zu unternehmen. Eine umfangreiche Einführung in den Gebrauch der Geräte war für unsere Schülerinnen und Schüler über besondere Anwendungen wie beispielsweise die Eingabe ganzer Redewendungen hinaus nicht nötig. Die schnellen Resultate unterstützen diese positive Grundstimmung. Die oben genannten Einschränkungen bezüglich möglicher falscher Rechercheergebnisse spielen bei der ersten Begeisterung über die schnellen Erfolge für die Anwender keine Rolle.

Ein besonders positiver Sucherfolg, weil mit nur wenigen Fehlermöglichkeiten versehen, stellt sich bei der Suche nach Fachbegriffen etwa bei der Erarbeitung von Wortfeldern ein. Hier können selbst leistungsschwächere Schüler richtige Ergebnisse beisteuern, da sie die in ihrer Muttersprache angestellten Überlegungen schnell, richtig und somit motivierend in die Zielsprache übertragen können. Dieser erste Erfolg kann die Basis für verbesserte und weniger fehlerbehaftete Mitarbeit im weiteren Unterricht sein und somit zu einem besseren Gesamtergebnis führen. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich bei der Anfertigung der Hausaufgaben. Auch hier senkt die höhere Erfolgsquote bei der Vokabelerarbeitung, aber auch dem Nachschlagen von prepositions, gerunds, phrasal verbs und collocations, die Scheu vor einer Präsentation der eigenen Ergebnisse.

Als letzter Positivpunkt für die elektronischen Wörterbücher sei angeführt, dass offensichtlich durch die Symbiose aus technischem Charakter und Schnellligkeit der Geräte die Zahl der zweifelhaften und meist katastrophalen Übersetzungen durch Internet Translators stark zurückgegangen ist.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die elektronischen Wörterbücher zwar kein Allheilmittel für die zukünftige Vermeidung aller Sprachfehler sind, aber eine motivierende Bereicherung der Palette von Handwerkzeugen für den Spracherwerb darstellen. Von den Unterrichtenden fordert auch dieses Medium einen gut geplanten Unterricht und vertiefte Einübung, belohnt die Nutzer allerdings mit schnellen Erfolgen.

Wir am Gymnasium Wellingdorf bereuen unsere Entscheidung für den Einsatz dieser elektronischen Helfer in keiner Weise und freuen uns, unseren Lernenden einen weiteren Zugang zu einem erfolgreichen Fremdsprachenererb anbieten zu können. Handheld dictionaries bergen enorm viele Kostbarkeiten der Sprache, die geborgen werden wollen. Also viel Spaß bei einer Schatzsuche der besonderen Art.

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LPM-Newsletter Fremdsprachen

Sonntag 11. Oktober 2009 von Stefan Langer

Das saarländische Landesinstitut für Padagogik und Medien bietet einen Newsletter Fremdsprachen an:

Ziel ist, Sie auf diesem Weg zeitnah zu informieren über

- aktuelle fachliche Entwicklungen
- den Umgang mit Neuen Medien im FSU
- kostenlose Internetquellen zur Erleichterung der Unterrichtsvorbereitung
- anstehende Veranstaltungstermine, und vieles mehr.

Bisherige und die Online-Anmeldung für künftige Ausgaben des Newsletters finden unter:

http://lpmfs.lpm.uni-sb.de/el/newsletter/

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